Kirchenmusik in Zeiten von Corona

Corona hat auch für die Kirchenmusik einen massiven Einschnitt bedeutet. Gottesdienst ohne Chorgesang und Posaunenklänge - da fehlt was! Jetzt geht es - immer noch mit großen Einschränkungen - langsam wieder los.

Lesen Sie hier, was Marco Boomgarden, der Leiter unseres Kirchen- und des Posaunenchors seinen Musiker*innen geschrieben hat:

"Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Halleluja!" Mit diesen Worten schließt der Psalter im alten Testament. Mit Odem ist Atem gemeint. Wenn man ein paar Verse zuvor die Auflistung der Instrumente liest, mit denen man den Herren loben soll, lässt sich dieser Bibelvers als Musiker-Vers deuten, unter dem alle Kirchenmusiker*innen zum Lob Gottes musizieren. Gottesdienst bedeutet nicht nur, dass man gemeinsam betet und Gottesdienst in der Kirche feiert, sondern auch das gemeinsame Proben und Musizieren im Posaunenchor oder Kirchenchor ist als Gottesdienst zu betrachten. Leider hat die Corona-Pandemie uns Kirchenmusiker*innen dieses Loben erschwert. Lange Zeit haben unsere Instrumente und Stimmen geschwiegen oder nur im privaten Rahmen zum Lob Gottes beigetragen. Seit kurzer Zeit erlauben die Hygienerichtlinien des Landes Niedersachsen nun auch Sänger*innen und Bläser*innen wieder gemeinsam zu musizieren. Dies ist jedoch nur unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln erlaubt. Der Posaunenchor probt bei gutem Wetter wieder mittwochs in Luthers Garten und erfreut sich über positive Rückmeldungen aus der Gemeinde, wie schön es doch sei, dem Posaunenchor zuhause am offenen Fenster zu lauschen und damit wahrzunehmen, dass es irgendwie weiter ginge.

Irgendwie geht es auch mit dem Kirchenchor weiter. Mit dem Kirchenchor ist ein solches Proben, wie mit dem Posaunenchor, jedoch nicht möglich. Der Chor zählt zu viele Mitglieder, als dass ein sinnvolles Proben, mit den vorgegebenen Abständen, möglich wäre. Sänger und Sängerinnen haben schlichtweg den Nachteil, dass sie auf den Klang der Masse bzw. des Chores angewiesen sind und der Körper das Instrument ist, bei dem nicht eine Taste gedrückt werden kann, damit der richtige Ton erklingt. Hierzu stellen die geforderten Abstände eine zu große Barriere da. Es muss wohl weiterhin auf mehrstimmiges Chorsingen verzichtet werden. Hier heißt es durchhalten und eigenverantwortlich die Stimme fit halten. Dafür empfehlen sich die täglichen Einsingübungen auf dem Youtube-Kanal von ,,stimmtuul“. Denkbar wäre es, dass sich die Sänger*innen des Chores zeitnah in Luthers Garten treffen und dort gemeinsam einstimmige Lieder singen, um auch hier das Zeichen zu setzen, dass es irgendwie mit dem Lob zur Ehre Gottes weitergeht und unser musikalisches Lob auch in schwierigen Zeiten nicht verstummt.

Marco Boomgaarden