Die Martin-Luther-Kirche zu Ehlershausen

Erste Gottesdienste gab es in Ehlershausen seit dem 1. Advent 1957. Im Jahre 1958 gründeten Laien einen Kirchbauverein. Den Auftrag zum Bau der Kirche erhielt 1964 der Hamburger Architekt Otto Andersen. Zwei Jahr später, am 1. September 1966, weihte der Landessuperintendent Hans-Helmut Peters zusammen mit dem damaligen Pastor Alfred Meyer-Prüßner die Martin-Luther-Kirche ein.

 Der Kirchenvorsteher Max Fodimann beschrieb die Kirche in der ersten Gemeindechronik. „Das Charakteristische der Kirche liegt nicht so sehr in dem sechseckigen Grundriss als vielmehr in der Führung ihrer Linien. (…) Der Besucher [wird] gezwungen, seine Blicke nach oben zu wenden. Es ist kaum möglich, am Boden haften zu bleiben. Wie in einer gotischen Kirche hat auch hier die Vertikale den Vorrang vor dem Horizontalen. Sie wird vollends betont durch den schlanken, fast nadelförmigen Turm, der eine Höhe von 53 Metern erreicht.“

Nach wie vor sticht die Architektur im Ortsbild hervor. Von außen fällt der hohe spitze Turm ins Auge, die großen Fenster der Kirche laden zum Besuch ein. Beim Eintreten ins Innere der Kirche ist der Blick frei bis zum Kreuz, dem Zentrum der Kirche. Das Kirchenschiff wirkt hell im Vergleich zum relativ dunklen Altarraum. Das Buntglasfenster in der südöstlichen Wand lässt je nach Sonneneinstrahlung Farbakzente aufleuchten.

Wer sich umschaut und genauer hinsieht, entdeckt überall die Dreiecksform: die großen Fenster rechts und links, der Altarraum mit Kreuz – Kanzel – Lesepult, der Osterkerzen-Leuchter, die Füße vom Altartisch und vom Taufstein. Das Dreieck ist Träger der christlichen Symbolik, es spiegelt die Dreieinigkeit Gottes wider: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

 Der Weg zum Altar führt am Taufstein vorbei, der im Mittelgang steht. Er nimmt den Platz vor dem Altarraum ein, so wie die Taufe am Anfang unseres Weges in der Kirchengemeinde steht. Wer sich umdreht sieht, dass die Kirchenbänke schräg zum Altar hin ausgerichtet sind. Die Gemeinde bildet eine große Gemeinschaft.

Am Altar lädt das hohe schmiedeeiserne Kruzifix der Künstlerin Gabriele Marwede-Wolf aus Springe zum genauen Hinsehen ein. Der Corpus aus Bronze zeigt eine sehr reduzierte Gestaltung; einen durchfurchten Leib und ein Gesicht ohne menschliche Züge. Das Ensemble entfaltet eine ausdrucksstarke Symbolik: Auf dem Altar liegt zu Füßen des Kruzifixes eine aufgeschlagene Bibel. Beim Gebet geht der Blick so gen Osten – über das Kreuz, den Tod, hinaus – in Richtung von Auferstehung und Leben.

Hinter dem Altar hängt das in dunklen Blautönen gehaltene Triptychon „Offene See“ von Elke Hergert. Das freistehende Kreuz hebt sich kaum von der dunklen Fläche dahinter ab, bleibt aber doch erfahrbar. Das Gemälde entstand 1998. Während die Architektur Anklänge an ein Zelt oder auch an ein Schiff vermittelt und so das Bergende im Strom der (Zeit)Reise zum Thema hat, nähert sich das Gemälde dem Thema des Wandels auf einem anderen Wege. Die Thematik des Wassers ist zentral in der Bibel: Mose führte sein Volk durch das Meer, Jesus schritt darüber, es ist das Symbol der Taufe. Viele Lesarten sind möglich und so lädt das Altarbild zum Nachsinnen ein.

Ein Boot aus Beton und Eisen erzählt vom Zufluchtsort Europa. Das Werk mit dem Titel „Überfahrt“ gehört zum Zyklus „Lampedusa“ von Jürgen Hemme aus Winsen. Diese Geflüchteten haben als Dauerleihgabe ihren Weg in den Altarraum gefunden und erinnern so an die Ausstellung „Segensorte“ im Jahr 2014.

Beim Zurückgehen zur Tür bieten die Räume hinter den letzten Bankreihen eine eigene Atmosphäre. Rechts steht die Skulptur „Mutter mit Kind“ des Hamburger Künstlers Jürgen Hinrich Block. Er schnitzte sie 1948/49 aus dem Holz einer Ulme.

Wer nach oben schaut, sieht jene Glocke, die an die Zeit vor dem Bau der Kirche erinnert. Sie war ein Fundstück aus der Burgdorfer St.-Pankratius-Kirche und rief seit 1958, angebracht an einem offenen Holzreiter auf dem Kirchengrundstück, zum Gottesdienst.

tl_files/data/ehlershausen/Bilder/Kirchenbilder/martin-luther/gebetsecke/IMG_0776.jpgAuf der linken Seite lädt in der Andachtsecke eine Glasinstallation zum Verweilen ein. „Hebe deine Augen auf“ – der 121. Psalm inspirierte Christiane Grimm aus Heidelberg zu diesem Werk, das 2015 aufgebaut wurde. Hier kann jede Besucherin und jeder Besucher eine Kerze entzünden und noch einen Augenblick verweilen.

Sie haben täglich die Gelegenheit, die Martin-Luther-Kirche zu besuchen. Von morgens 7 Uhr bis abends 19 Uhr ist sie geöffnet. Egal, ob Sie ein Gebet sprechen, eine Kerze anzünden oder einfach zur Ruhe kommen wollen oder bau- und kunstgeschichtliches Interesse verfolgen – bei uns sind Sie herzlich willkommen. Und in der kalten Jahreszeit liegen Decken für Sie bereit ...

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Panoramen Martin-Luther-Kirche

Erleben Sie einen virtuelle Rundgang durch die Martin-Luther-Kirche zu Ehlershausen, erstellt durch Gregor A. Ingenhoven.

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