Exposé

Als Thema für das Jahr 2019 hat die Ev.‐luth. Landeskirche Hannovers „Zeit für Freiräume“ gewählt. Die Verantwortlichen wünschen sich ein Jahr für Aufbrüche und Fragen, für Unterbrechungen, Besinnung und vielleicht auch für Neubeginn. Diese Anregung hat der Kirchenkreis Burgdorf mit dem Jahresthema „ZeiTRäume“ aufgenommen.

Wir leben in der Zeit, ohne ihre letztgültige Dauer bestimmen zu können. Zeit ist ewig, unsere Zeit hingegen ist begrenzt. Dagegen arbeiten wir oft genug an. In die vorhandene Zeit muss so viel wie möglich gepackt werden, damit sie gut und effizient ausgenutzt wird. Multitasking und Flexibilität sind gefordert, Zeit soll nicht vergeudet werden. Die Gefahr, dass Gesundheit, Beziehungen und Lebensfreude in diesem Zeithamsterrad auf der Strecke bleiben, ist groß.

Zeit‐Räume ist Zeit, die wir bewusst gestalten können – in denen wir nachdenken können über das, woher wir kommen und wer wir sind.

Zeit‐Räume ist Zeit, in der wir vordenken können: welche Wege wollen wir einschlagen und mit welcher Geschwindigkeit, mit welchen Menschen an unserer Seite. Das Vor‐Denken eröffnet die Sicht auf neue Räume, die bei normalem Tempo leicht übersehen werden. Es nimmt ernst, dass unser Tun, unsere Entscheidungen heute die Zukunft bestimmen.

In Zeit‐Räumen hat auch das Nichtstun, die Langeweile, das Auf sich geworfen sein seinen Platz. In diesem Zu‐sich‐Kommen kann Zeit neu wahrgenommen werden.

Zeit‐Träume sind Freiräume, in denen Neues wachsen kann. Vergangenheit neu zu träumen, Zukunft voraus zu träumen – so entstehen Visionen, die wir teilen können und die im Kleinen und Großen Zeit verändern.
Zeit‐Träume sind Zeiten, in denen uns Bilder, Eindrücke, Erkenntnisse geschenkt werden, die uns Schlüssel für die Gegenwart und die Zukunft werden können.

Zeit‐Träume sind keine Flucht aus der Wirklichkeit, sondern eine Zeit, in der wir auftanken, uns innerlich neu ausrichten auf das, was war und ist und sein wird.