Elisabeth zu Sachsen (Elisabeth von Rochlitz)

Elisabeth zu Sachsen
Elisabeth zu Sachsen, Lucas Cranach the Elder or workshop [Public domain], via Wikimedia Commons

Elisabeth zu Sachsen (geb. 04. März 1502 in Marburg, gest. 6. Dezember 1557 in Schmalkalden) hat über tausend Briefe geschrieben - an lutherische Fürsten und katholische Würdenträger. „Ich leg kein Blatt vors Maul“ schreibt sie einmal an den sächsischen Kurfürsten in Torgau. Von dem, was sie vertritt, ist sie überzeugt: „Ich bin zwar ein Weib und kein Doktor, dass ich klug schreiben könnte, doch was ich schrieb, schrieb ich aus keinem Kalbskopf.“ Auch wenn sie keine Ausbildung wie ein Ratsherr genossen hat, so weiß sie doch, dass sie sich auf ihren gesunden Menschenverstand verlassen kann, wenn sie ihr eigenes Wohl und das Wohl der Untertanen im Blick hat. Dazu gehört für sie unbedingt die Einführung der Reformation.
Elisabeth heiratete Herzog Johann, den Thronfolger des Herzogtums Sachsen. Das kalte Klima am Hof war für Elisabeth, die eher frei und ungezwungen aufgewachsen war, nur schwer zu ertragen. Dass die Ehe kinderlos blieb,
war für Elisabeth nicht nur ein persönliches Problem, sondern auch ein politisches.
Als die Intrigen am Hof gegen Elisabeth immer weiter zunahmen, weigerte sie sich, zum Abendmahl zu gehen mit dem Argument, dass sie zu zornig auf ihre Widersacher und daher nicht reinen Herzens sei; aus diesem Grunde könne sie nicht verantworten, das Abendmahl zu empfangen. Dass sie darauf bestand, Abendmahl in beiderlei Gestalt zu empfangen, stieß auf starke Ablehnung vor allem bei ihrem Schwiegervater.
Erst als im Jahre 1535 innerhalb von drei Wochen ihre Schwiegermutter Barbara und ihre Schwägerin Margarete starben, versöhnte sich Elisabeth mit Herzog Georg angesichts seines unermesslichen Schmerzes.
Er sah durchaus die Qualitäten seiner Schwiegertochter und nahm sie in den folgenden Jahren gerne mit zu Verhandlungen. Zum ersten Mal konnte Elisabeth hier ihre Talente, wie Rhetorik und Verhandlungsgeschick,
einbringen.
Als Elisabeths Ehemann im Januar 1537 starb, wurde ihr Rochlitz mit Amt und Herrschaft zugesichert. Sie hatte dort also nicht nur ihren Witwensitz, auf dem sie sich aufhalten durfte und der sie ernähren sollte, sondern sie hatte auch die Regentschaft in diesem kleinen Kreis. Elisabeth führte dort 1537 – sehr zum Ärger der sächsischen Räte und ihres Schwiegervaters - nicht nur die Reformation ein, sondern sorgte auch für ihre Untertanen, indem sie die
Infrastruktur verbesserte und beispielsweise ein Armenhaus bauen ließ, das sie zeitlebens unterstützte. Die Einführung der Reformation betrieb sie mit dem nötigen Augenmaß; so wünschte sie von ihren Untertanen, dass sie sich aus freien Stücken und nur dem eigenen Gewissen folgend zur Reformation bekennen sollten. Anders als in anderen Regionen Sachsens herrschte bei Elisabeth Religionsfreiheit und wer wollte, durfte katholisch bleiben.
Mitte des 16. Jahrhunderts machten die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den protestantischen Fürsten und den Truppen des Kaisers auch vor Rochlitz nicht Halt. Elisabeth machte ihr Schloss zu einer Nachrichtenzentrale, entwickelte Geheimschriften für wichtige Botschaften und wurde doch schließlich von ihrem Gut vertrieben.
Bis zu ihrem Tod am 6. Dezember 1557 lebte sie nun politisch bedeutungslos in Schmalkalden.
Quelle : www.frauen-und-reformation.de