Argula von Grumbach

Argula von Grumbach
Hans Schwarz: Porträtmedaille der Argula von Grumbach aus Blei, Nürnberg, um 1520, im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg

Zum 10. Geburtstag bekam Argula 1502 von ihrem Vater Bernhardin von Stauff eine Bibel in deutscher Sprache geschenkt. Bildung, auch für Mädchen, war in dieser Familie ein wichtiges Ziel. Argula las die Bibel intensiv und konnte bald weite Teile auswendig. Dies zu ihrem Beruf zu machen, zur Universität zu gehen, dies war ihr allerdings verwehrt. Bildung gab es für Frauen im 16. Jahrhundert außerhalb der Klostergrenzen kaum.

Sie heiratete Friedrich von Grumbach, lebte mit ihm in Dietfurt. Hier erreichten sie Flugschriften der Reformation. Besonders fasziniert war sie von Luthers Gedanken zum Priestertum aller Gläubigen. 1523 hört sie von der Verhaftung des jungen Theologen Arsacius Seehofer. Er hielt Vorlesungen an der theologischen Fakultät in Ingolstadt und vertrat hier Luthers Thesen. Sein Pech war, dass Luthers Erzfeind Johannes Eck hier auch Professor war. Arsacius Seehofer wird angeklagt und mit dem Feuertod bedroht.

Argula von Grumbach hört davon. Ermutigt von dem Gedanken des Priestertums aller Gläubigen schreibt sie an die Universität. Sie schreibt in Deutsch: „Ich kann kein Latein, aber ihr könnt Deutsch.“ Mutig argumentiert sie mit der Bibel gegen die Verurteilung Seehofers und für ihr Recht, sich einzumischen.Von der Universität kommt keine Antwort, Schmähschriften gegen Argula erscheinen. Ihre Familie hat unter ihrem Engagement zu leiden. Der Herzog entbindet ihren Mann von seinen Aufgaben als Verwalter, das Familieneinkommen fehlt nun. Aber Argula von Grumbach lässt sich zunächst nicht beirren. Ein Jahr lang schreibt sie Briefe an die Universität, die als Flugschriften reißenden Absatz finden. Doch der Druck ihres Mannes und der Gesellschaft werden zu groß. Nach einem Jahr verstummt sie. Nur im Stillen bleibt sie weiter aktiv. Sie korrespondiert mit reformatorischen Theologen, trifft Martin Luther persönlich. Der bezeichnet sie als „einzigartig Werkzeug Christi“, setzt sich aber auch nicht öffentlich für sie ein. Ihr weiteres Leben ist spärlich dokumentiert. Ein Hinweis aus dem Jahr 1563, wo sie mit dem Herzog aus Bayern aneinandergeriet, allerdings zeigt, dass sie weiterhin streitbar für die reformatorische Theologie bleibt. 1568 stirbt sie in Zeilitzheim.

Bildquelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
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