Die Kapelle in Otze

Der Innenraum




Der Innenraum der Otzer Kapelle wird von der mit Malereien und Schnitzwerken verzierten Decke, dem geschnitzten Flügelaltar und den Fenstern des Chorraumes geprägt.
Der einfache, mit spätgotischem Schnitzwerk verzierte Flügelaltar stammt aus vorreformatorischer Zeit. Er zeigt im Mittelteil eine betende Maria und links und rechts von ihr zwei gekrönte Figuren, die schützend bzw. segnend ihre Hände über sie halten. Diese Darstellung wird auch als "Marienkrönung" gedeutet.
Die Fenster wurden in den Jahren 1976-1982 renoviert und dabei neu verglast. Verschiedene Otzer Familien taten sich hier durch Stiftungen hervor. Aus der älteren Zeit stammen nur drei der Glasmalereien: die beiden Malereien im mittleren, geteilten Chorfenster (leider durch den Flügelaltar verdeckt), die die Apostel Petrus und Andreas darstellt, und die Malerei "Christus am Kreuz" im oberen Teil dieses Fensters. Letztere dürfte die wohl wertvollste und wahrscheinlich auch die älteste Glasmalerei der Kapelle darstellen.




Die Deckenmalerei wurde im Zuge der Renovierung der Kapelle in den Jahren 1927/28 in der ursprünglichen Art erneuert. Auffallend ist bei der Decke die Darstellung von Menschenköpfen mit zum Teil satyrischen Gesichtsausdrücken, offensichtlich als Sinnbilder gedacht.
Während dieser Renovierung wurde auch das alte Gestühl durch das noch heute in Gebrauch befindliche ersetzt.
Interessant sind noch die drei alten Gedenktafeln mit Totenkronen. Totenkronen sind ein alter, früher weitverbreiteter Brauch, die Särge von Kindern zu schmücken. Hieraus entwickelte sich später der Brauch, die Totenkronen in Glasvitrinen oder auf hölzernen Konsolen mit Tafeln in der Kirche aufzubewahren, wie es auch hier geschehen ist. Während der Renovierung 1927/28 verbrachte man die zahlreich an den Wänden hängenden Gedenktafeln mit den Totenkronen auf den Dachboden, wo sie im Jahre 1973 wiederentdeckt und dann, bis auf die drei heute noch vorhandenen Gedenktafeln, dem Bomann-Museum in Celle überlassen wurden.
Zum Schluss sei noch auf die (jüngere) Geschichte der (jüngeren) Glocke von 1763 hingewiesen. Im Jahre 1941 musste sie, wie viele andere, wegen des herrschenden Rohstoffmangels zur Einschmelzung abgeliefert werden. Sie hatte aber Glück und entging ihrem Schicksal. Nach Kriegsende wurde sie zufällig auf einem Glockensammelplatz in der Nähe von Hamburg gefunden und nach langen und zähen Verhandlungen schließlich am 7. Juni 1947 zurück nach Otze an ihren alten Platz gebracht.