Seit der Ausstellung im Jahr 2001 hängt im Altarraum das Triptychon von Elke Hergert "Die offene See".
Zur Künstlerin:
Elke Hergert
Biografie
1944
Geboren in Sinsheirn/Elsenz
1962-1964
Studium Freie Akademie der Bildenden
Künste, Mannheim
1965-1967
Studium Staatliche Zeichenakademie, Hanau
1967-1968
Studium Akademie für Werkkunst und Mode,
Berlin
1976-1981
Studium Kunst- und Literaturwissenschaft.
Bremen
1981
Erstes Staatsexamen
1983
Zweites Staatsexamen
1984-1996
Kuratorin, Leiterin des Museumsateliers und Museumspädagogin am Museum Gerhard Marcks-Haus, Bremen
1993-1994
Lehrauftrag für Malerei, Universität Osnabrück
1996
Berufung an die Universität Osnabrück,
Professur für Theorie und Praxis der Malerei
1999/2000
Deutsche Akademie, Villa Massimo, Rom
2000
Arbeitsaufenthalt in Rom und Olevano
Romano
Einzelausstellungen
1994/95
Bremen, Städtische Galerie im Buntentor,
Katalog
1996
Bremen, Museum Gerhard-Marcks-Haus,
Katalog
1999
Osnabrück, Kunsthalle Dominikanerkirche, Katalog Osnabrück, Kunsthandel und Galerie Hörschelmann Bremen, Die Glocke - Konzerthaus, präsentiert von der Galerie im Winter
2001
Kunst im Kirchenraum, gefördert von der Hanns Lilje-Stiftung und der Medienzentrale der Evangelischen Landeskirche, Hannover Hannover, Marktkirche, Malerei und Installation Ehlershausen/Burgdorf, Martin-Luther-Kirche, Malerei, Großes Altarbild Celle, Stadtkirche, Malerei und Rauminstallation Göttingen, St. Johannis Kirche, Malerei und Rauminstallation Hamburg, Galerie Barbara Vogt
2002
Hamburg, Galerie Barbara Vogt (G) Oldenburg, Landesmuseum für Natur und Mensch (G) Wolfsburg, Kirche Die Arche, Malerei und Rauminstallation
2003
Ratingen-Hösel, Oberschlesisches
Landesmuseum

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Kunst und Kirche im Dialog
Gespräch zwischen Elke Hergert und Klaus Hoffmann
anlässlich der Ausstellungsreihe »Malerei zum Thema Wasser« - Kunst und Kirche im Dialog
Frau Hergert, Sie stellen hier nicht in einem Museum, nicht in einer Galerie oder einem neutralen Raum aus, sondern in der Kirche. Was reizt Sie daran, mit ihren Werken in eine Kirche zu gehen? Kirchliche Räume sind mit geistigen Energien besetzt, deren Wirkungen deutlich spürbar sind. Auch in meinen Bildern suche ich den Ausdruck der Konzentration und Kontemplation. insofern gibt es etwas Gemeinsames im Anderen - die Möglichkeit eines Dialogs. Der Kirchenraum ist für mich eine große Herausforderung, geistige und vielleicht auch geistliche Bezüge sichtbar zu machen, den Blick zu erneuern.
Wichtig ist für mich, dass die Bilder nicht zur Dekoration irgendwo an einer Wand hängen, sondern dass ich Raumkonzepte entwickle, die den Raum als solchen wieder bewusst machen. Insofern bietet der kirchliche Raum eine große Chance.
Sie sprechen vom Museum als einem neutralen Ort - im Gegensatz zum kirchlichen Raum. Ganz so sehe ich das nicht. Das Museum hat längst die Kraft von Ritualen für sich entdeckt, z. B. die Ausstellungseröffnungen oder die Architektur und Gestaltung von Räumen, während mancherorts die Kirche offensichtlich die Kraft der Rituale vergessen hat oder bewusst zurücknimmt. Sie begeben sich stattdessen bis in die tiefsten Ebenen des schlechten Geschmacks: es wird geträllert und gepinselt, alles wird populär - alle sind wie du und ich.
Deshalb war mein größtes Anliegen mit meinen Bildern eine Raumatmosphäre zu schaffen in der diese zur Wirkung kommen - zusammen mit dem Raum. Ich suche in der gesamten Wirkung etwas Erhabenes.
Wir haben in der Ankündigung geschrieben: Bilder zum Thema Wasser. Also eine Themenausstellung. Themenausstellungen haben ja immer die Gefahr, dass die Bilder nur illustrieren. Wer das hier erwartet, wird sicher enttäuscht. Bilder, die Wasser illustrieren, sind ja auch nur Bilder von Bildern. Es hat letztendlich nichts, oder gar nichts mit Wirklichkeit zu tun egal, wie »naturalistisch« die Bilder gemalt sind. Die Kunst hat wunderbare Bilder vom Wasser hervorgebracht - es gibtjedoch auch die gemalten Klischees vom Wasser und mit diesen hat meine Malerei überhaupt nichts zu tun.
Meine Bilder geben nicht nur Gesehenes wieder, sondern auch Empfundenes und Erfundenes; man könnte auch sagen: es ist ein Erschaffen einer bildlichen Weit auf der Suche noch Wirklichkeit. Es ist das Ergebnis eines Teils der Summe von Augenblicken, die letztlich wieder nur Fragment - im Verhältnis zum unendlichen Ganzen - bleiben.
Die Natur ist Anlass für meine Bildfindungen. Das Wasser als fließendes Element übt auf mich eine besondere Faszination aus. In der Bewegung bauen sich »Architekturen« auf, zerfallen, bilden Räume in der Tiefe und unter der Oberfläche. Die Farben verändern sich durch den veränderten Lichteinfall - eine neue Dimension eröffnet sich.

Man sieht keine Wasserlandschaften, man sieht auch keine persönlichen Erfahrungen, Anspielungen oder biographischen Andeutungen, sondern man sieht eine objektivierte Formstruktur. Eine Architektur haben sie es genannt, der Farben,
die ausgeht von der Realität, aber dann doch in eine Formensprache übersetzt wird. Es geht natürlich auch um Wasser im philosophischen Sinn und der Frage: was bedeutet Wasser für uns, Wasser als lebensspendende Energie, Wasser als Ursprung des Lebens. Gleichzeitig ein Element der ständigen Veränderung in sich. Das Meer das atmet, das man fassen und halten will, vielleicht wie das Leben selbst. Doch es zerfließt und verändert sich - der Atem hat einen Rhythmus, abhängig von Wind und Strömung, Trotzdem ist das Wasser da, anwesend,
Also eine Malerei, die einen Blick auf die Welt zeigt, wo nicht das Beständige, nicht das Gültige, sondern die Veränderung, das Wandelbare eine Rolle spielt, die Durchgänge, die Übergänge. Ja, dabei aber auch die Konzentration auf die Vielfalt der Gedanken und erlebten Bilder,
Die Kunst ist ja Teil meines Lebens und nicht der Freizeitbeschäftigung.
Die Bilder sind auch als Gegenbilder zu verstehen: zu der Flut der Bilder, die täglich auf uns eindringen. Sie sind Ausdruck meiner Position zur Welt.
Sie befreien auch die Farbe von der eindeutigen Darstellungsfunktion, von der symbolischen Funktion. Die Farbe bekommt einen Eigenwert, eine Dynamik und Energie. Die Farbe Blau spielt dabei ja eine sehr deutliche Rolle in ihren Bildern, hin auch zum Schwarz. Kandinsky wertet in seinem Buch: »Über das Geistige in der Kunst« die Farbe Blau als geistige Farbe, die sowohl von ihrer physischen wie psychischen Qualität, von ihrer Materialisierung, wie auch von ihrer Dynamik her, übersinnlich wirkt, dem Geistigen zugesprochen wird und überhaupt für Assoziationen, für Erfahrungen noch viel offener ist als alle anderen Farben. Wasser und Himmel und deren wechselnden Farberscheinungen sind abhängig vom Licht.
Auch ich suche im Blau diese metaphysische Wirkung - gerade auch in den dunklen Tiefenbildern mit rhythmischen Strukturen an der Oberfläche. Mit diesen plastischen Linien fange ich das Licht ein, etwas Immaterielles wird dadurch sichtbar Die Farbe trage ich in Schichten auf Das Helle leuchtet von unten, wird begrenzt durch Farbverdichtungen, die, abhängig vom jeweiligen Lichteinfall, sich verändern. Das Bild kann am Morgen anders wirken als am Nachmittag. Die Veränderung ist im Bild angelegt. Durch die dünnen sich überlagernden Farbschichten dringt das Licht in die Tiefe und kommt von da zurück an die Oberfläche.
Wie die Assoziationen und Erfahrungen sich beim Betrachter überlagern, überdecken sich auch die Schichten der Farbe. Es
wechseln sich Hell-Dunkel-Kontraste ab, genauso wie weiche malerische Teile mit grafischen Blöcken. Das Ganze hat immer
eine Plastizität, eine Tiefe des Raumes. in ihren Bildern, empfinde ich, öffnen sich imaginäre Räume, es sind trotz der großformatigen Flächen, immer auch tiefe plastische Erfahrungen, die man beim Blick auf die Bilder macht. Das Öffnen des Raumes durch die imaginären Räume des Bildes, die Möglichkeit, Raum hinter dem Horizont zu erahnen und zu erweitern, ist mir sehr wichtig.
Mit den Großformaten möchte ich auch den Raum besetzen, präsent sein, Außerdem bedeutet es einen großen Unterschied, ob ich mich im Bild befinde, wie bei den Großformaten, oder vor dem Bild. Das Bild entsteht natürlich auch in der individuellen Wahrnehmung des Betrachters, nur, es geht nicht mit dem schnellen Blick. Die Bilder brauchen Zuwendung - Zeit für die Betrachtung, Zeit für den Dialog, Zeit für Erkenntnisse ...
Ist das nicht auch ein kirchliches Anliegen?









Schenkung: "Mutter und Kind" (1948/49) des Hamburger Künstlers Jürgen Hinrich Block (1904-2002)
Biographie
1904 Geboren am 25. 5. auf Blumenthal bei Aachen
1926-28 Landeskunstschule Lerchenfeld, Hamburg
Prof. Bossard und Prof. Luksch, Bildhauer;
Prof. Sprenger, Kunstschmiedearbeit; Prof.
Günther und Prof Schmidt, Architektur
1929 Mitglied der Hamburgischen Künstlerschaft
1931-86 Atelier in der Schürbeker Straße, Hamburg
1932 Stipendium für die Ecole des Beaux Arts' in
Paris
1933 Arbeit als Innenarchitekt nach Stillegung der
Hamburgischen Künstlerschaft
1940-45 Flaksoldat
1946 Mitbegründer des Berufsverbandes Bildender Künstler Hamburg, 20 Jahre lang Vorstandsmitglied, Mitglied des BBK Nordrhein-Westfalen
1951 Neubegründung der Hamburgischen Künst-
lerschaft
1954 Mitbegründer des Kartells deutscher Künstlervereinigungen
1955-95 Vorsitzender der Hamburgischen Künstlerschaft
1969 Mitbegründer der Künstler-Sozialkasse
1986-96 Atelier in der Parkallee, Ahrensburg
1996 Atelier im Waldemar-Bonsels-Weg, Ahrensburg