Frauenfrühstück März 2009

Lebensgestaltung und Krisenbewältigung in den Ländern des Südens


Unter dieses Thema hat das Frauenfrühstücksteam (Susanne Eich, Kirsten Treichel und Elisabeth Wöhler) das Frauenfrühstück im März gestellt. Und es war ihnen gelungen, eine prominente Referentin zu engagieren: Martina Helmer-Pham Xuan, Direktorin des Ev.-luth. Missionswerks in Hermannsburg.

Vor den 54 Besucherinnen gab sie zunächst Einblicke in ihre Arbeit: 270 Mitarbeitende in Deutschland und den Partnerkirchen hat das Missionswerk, sie arbeiten mit 19 Partnerkirchen zusammen und entsenden Theologinnen und Theologen, Handwerker, Entwicklungshelfer und Ärzte. Das Missionsverhältnis früherer Jahrzehnte hat sich geändert. Gingen damals Missionare in die Länder der sog. Dritten Welt, um ihnen den christlichen Glauben und oft auch die westliche Kultur nahezubringen, mal mehr, mal weniger friedlich, ist es heute so, dass es um ein miteinander und voneinander lernen gehe. „Wir sind gesandt, im Geiste Jesu Christi von ihm zu berichten“ damit beschrieb Martina Helmer-Pham Xuan den grundlegenden Auftrag. Dabei können die Kirchen des Westens von denen des Südens lernen. Hier bei uns gibt es viele Austritte, der demografische Wandel lässt die Kirchen kleiner werden. Im Süden hingegen nehmen die Zahlen der Christinnen und Christen zu. Von daher komme es darauf an, „miteinander zu agieren und voneinander zu lernen“, sagte Hellmer-Pham Xuang. Dabei gilt es vor allem auch den Blick auf die Armen der Welt zu lenken. 3 Millionen Menschen leben weltweit mit von einem Euro am Tag. 10 Millionen Kinder sterben jedes Jahr an Krankheiten, die leicht zu vermeiden wären. Jedes Jahr sterben 3 Millionen Menschen an Aids. 1 Million Menschen lebt ohne Zugang zu sauberem Wasser, 2 Millionen ohne Müllabfuhr. 1 Milliarde Erwachsener kann nicht lesen und schreiben. Wie kommt diese Wirklichkeit in unserem Leben und Glauben vor? Hellmer-Pham Xuang berichtete von großem Unverständnis in manchen Partnerkirchen, wenn sie erzählt, dass Pastoren und Pastorinnen sich hier nicht politisch betätigten. „Wie könnt ihr denn dann euren Glauben leben?“ ist eine häufige Frage.

Am Ende ihres Vortrags stellte Hellmer-Pham Xuang die Bedeutung von Frauen im Kampf um Frieden und Gerechtigkeit heraus. Immer wieder fänden sie besondere Wege der Versöhnung, von denen auch wir lernen könnten. So hätten die Serben, als sie in Kroatien einmarschierten, unzählige kroatische Frauen vergewaltigt – Frauen als Kriegsbeute sind auch heute noch nichts Ungewöhnliches. Als sich dann aber das Blatt wendete und die Kroaten serbische Gebiete einnahmen, da gingen die kroatischen Frauen vorweg, in die Häuser zu den serbischen Frauen, weil sie verhindern wollten, dass ihnen das gleiche geschah wie ihnen. Und aus Afrika berichtete sie von einer Frau, die der festen Überzeugung ist, dass jedes Kind ein Wunschkind Gottes sei. Im Glauben daran nimmt sie Straßenkinder bei sich auf und gibt ihnen ein Zuhause.

Beeindruckt von der Arbeit des Missionswerks nahmen die Frauen viele Anregungen zum Weiterdenken mit nach Hause.

-sp- 29.03.2009

Martina Helmer-Pham Xuan beim Vortrag.

Die Referentin Martina Helmer-Pham Xuan (2. v.l.) und das Organisationsteam.